| Neues | E-Mot | Slowfly | Luftbilder | Experimente | Elektroflug | Segelflug | Videos | Links | Dies & Das | Tragschrauber | Wasserflug | Nurflügel |
Anfang der 70iger baute ich als kleiner Junge mit großer Begeisterung "Kleine Uhus" und Wurfgleiter aller Art. Da geeignete Flughänge zu Fuß nicht erreichbar waren, wurde eben wochenends solange genörgelt, bis mein Vater mit meinem Bruder und mir zum großen Hang ausserhalb der Stadt fuhr. Dort waren sogar ferngesteuerte Segelflugmodelle zu bewundern. Ich war begeistert. Elektroflug war zwar bereits erfunden, jedoch wenigen Spezialisten vorbehalten. Verbrenner haben mich schon damals nicht gereizt. Demzufolge war klar: Sowas will ich auch haben. Den letzten Kick gab mir dann ein Familienurlaub in Kärnten inklusive Erwanderung der Gerlitzen. Oben angekommen hatte ich mein Paradies gefunden. Dort flog man scheinbar endlos lang und in nie gesehene Höhen. An jenem Tag ist vor dem Pacheiner das folgende Bild entstanden, auf dem ich auch drauf bin. Der junge Mann mit zeitgerechtem Afrolook war mein Tagesheld. Ich bin der kleine Stöpsel links daneben.
Wer in jenen Jahren ein toller Hecht war, flog Graupner Cirrus oder Cumulus. Meine Träume jener Zeit sind auf dieser Seite schön dokumentiert: Graupner- Raritäten Davon waren meine Sponsoren aber nicht zu überzeugen und zu meiner ersten eigenen Fernsteuerung, einer Simprop SSM, gab es dann einen Graupner Amigo. Aus heutiger Sicht keine schlechte Wahl. Beim Bau des Amigo konnte ich meine Baufertigkeiten erweitern und die ersten Erfolgserlebnisse stellten sich auch schnell ein. "Huuiii, der kommt ja höher zurück an den Hang wie bei der vorherigen Runde." Es folgten diverse Bausatzmodelle der Firmen Krick, Simprop und Multiplex und irgendwann traute ich mich dann auch an erste Eigenkonstruktionen. Auch die Gerlitzen sah mich wieder. Dann aber als Pilot meiner eigenen Segelflieger. Meine Begeisterung für das lautlose und entspannte Dahingleiten, aber auch für den Kampf um jeden Höhenmeter bei schwachen Bedingungen ist bis heute ungebrochen. Heute ist das Segelfliegen etwas in den Hintergrund getreten, weil das Elektrofliegen bei uns im Taunus eben doch einfacher zum (Höhen)-erfolg führt. Nichtdestotrotz stehen einige flugbereite Segler im Schrank, die ich Euch nachfolgend vorstellen möchte.
Lange bevor der Begriff F3J in Kontinentaleuropa zum Synonym
für thermisches Segelfliegen wurde, gab es auf der britischen Insel eine Reihe von gleichartigen Wettbewerben mit Handschlepp und dem Ziel
maximaler Segelflugzeiten. Geflogen wurde in verschiedenen Klassen, eines der gängigen Unterscheidungsmerkmale war die
Spannweite. Demzufolge hießen diese Klassen dann beispielsweise 2M oder 3M im metrischen System oder aber auch 800's oder
1000's in imperialer Notation. Die Königsklasse war "Open". Gebaut wurden Hardcore- Amigos, oft trotz erheblicher Spannweiten nur
mit 2-Achs- Steuerung versehen. Ein sehr erfolgreiches Modell jener Jahre war die Algebra von Dick Edmonds. Dieses Modell hat
immer den gleichen Rumpf und wurde mit verschiedenen Spannweiten von 2 Meter bis hin zu 4 Metern angeboten. Jede Variante
entsprach also immer einem entsprechendem Klassement. Anfang der 80iger importierte ich mir eine Algebra1000. Dieses Modell habe
und fliege ich heute noch. In der Thermik steigt die Algebra1000 mit ihren 1700 Gramm bei rund 330 Zentimeter Spannweite wie
verrückt. Leichteste Thermik wird deutlich angezeigt. Ihre größte Stärke spielt Algebra aber dann aus, wenn die Thermik abreisst.
Algebra hat ein extrem geringes Eigensinken. Bei gleicher Ausgangshöhe landet Algebra meistens als letztes Modell. Bei Wind oder
wenn es gut geht, wird Algebra schnell langweilig. Bei sehr schwachen Lagen oder zum Ausfliegen der letzten schwachen
Abendthermik hingegen ist Algebra ein Traum. Die Fiesta von Multiplex ist ein unkomplizierter Segler mit ausgewogenen
Flugeigenschaften und gefälliger Optik. Dabei sind die Leistungen durchaus überzeugend. Meine Fiesta ist bisher der einzige Segler,
der mir mal von einer Wolke verschluckt wurde. Da war ich wohl etwas hoch. Dank gut wirkender Störklappen und vollem Tiefenrudereinsatz
kam sie aber nach rund 30 Sekunden auf der Nase stehend wieder raus. Glück gehabt. Einige Jahre später hatte ich weniger Glück, als sich
beim Start der Ein/Aus-Schalter seines Innenlebens entledigte. Der nachfolgende ungesteuerte weite Kreisflug dauerte immerhin eine gute Minute,
bevor Fiesta rund 100 Meter entfernt in eine Felswand einschlug. Die Bilder zeigen das wieder aufgebaute Modell. Da ich längere Zeit daran gedacht hatte, mir ein Schalentier zu zu legen,
konnte ich nicht widerstehen, als dieser Whisper von X-Modells bei ebay für relativ wenig Geld auftauchte. Drei, zwei, eins, Meins!
Die Whisper ist bisher mein einziger Segler in Schalenbauweise. Warum der Hersteller allerdings ein V- Leitwerk in geodätischer
Balsabauweise beilegt, ist ein wenig rätselhaft. Ein Leitwerk in Schalenbauweise würde besser zum Rest des Modells passen.
Das kompakte Modell mit zwei Metern Spannweite ist unkompliziert zu fliegen und hat gute Flugleistungen in der Thermik.
Das verwendete Profil SELIG 3021 lässt jedoch höhere Geschwindigkeiten nicht zu. Whisper will geflogen werden. Saubere Kurven
erfordern den getrennten und koordinierten Einsatz von Querrudern und Seitenruder. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit Whisper, Schalenflächen
bringen bessere Leistungen, keine Frage. Soarmaster ist ein F3J- Modell mit prima Flugleistungen. Aufgrund
der separaten Wölbklappen lässt Soarmaster sich auch bedingt schneller machen, seine Domäne bleibt aber der Thermikflug. Bedingt durch
die Bauweise und das Gewicht kann Soarmaster mit den aktuellen F3J- Schalentieren wohl nicht mehr mithalten, für mich als Sonntagsflieger
ist er aber nach wie vor ein klasse Modell zum moderaten Preis. Seit ich ein Vario drin habe, riskiere ich auch dann mal einen Wurf,
wenn die Bedingungen so schlecht sind, daß er mir eigentlich dafür zu schade wäre. Einzige Schwachstelle am Soarmaster sind bisher die
CFK- Verbinder für die Flügelaussenteile. Bei Aussenlandungen knacken die regelmässig weg. Ich betrachte diese daher inzwischen als
Sollbruchstelle und habe immer Ersatz dabei. Fazit: Sahnestückchen!
FluFlu ist ein grosser Hortennurflügel nach einem Entwurf von Stefan Dolch.
Ich bin mir recht sicher, daß Stefan Dolch das Nurflügelbuch von Martin Lichte beim Entwurf benutzt hat, denn der in diesem Buch
beschriebene Horty hat frappierende Ähnlichkeit mit FluFlu. Das Flugbild ist einzigartig und bestechend, die Flugleistungen sind in
Ordnung. Einzig mit dem Schwerpunkt muß man etwas aufpassen. Bei Schwerpunktrücklage und eintretendem Strömungsabriß kann sich ein
Flachtrudeln einstellen, bei dem FluFlu vollkommen horizontal in der Luft liegt.
Sieht ein bischen aus wie ein Hubschrauber-Rotor. Einmal ist mir das passiert und ein Entkommen aus diesem Flugzustand gab es nicht.
Ich habs versucht.....! Da FluFlu insgesamt bei dieser Figur recht langsam sinkt und horizontal aufsetzte, blieben die Schäden
gering. Der GFK- Rumpf ist leer und dient nur als Landekufe. Entstanden ist er durch das Einlaminieren mehrerer Lagen Glasfaser in die
Kabinenhaube meiner Fiesta. Im Anschluß habe ich die rahmenlose Haube einfach etwas zusammengedrückt und das Laminat so
aushärten lassen. Superschnell und effektiv. Wenn FluFlu hoch am Himmel kreist, ist der große rote Kleiderbügel der Hingucker schlechthin. Nach Lektüre des Thermikbuchs von Markus Lisken und des Studiums diverser
Erfahrungsberichte im Internet habe ich mir ein Variometer zugelegt. Die Wahl fiel aufgrund der Möglichkeit des Datenabrufs nach dem
Flug auf das Picolario talk von Renschler im Vertrieb bei Thommys. Meine ersten Versuche waren ernüchternd. Ich folgte jedem kleinen
Piepser und flog einen unruhigen Stil. Nach mehreren Versuchen beschloß ich, das Variosignal nur dann zu beachten, wenn es über mehrere
Sekunden Steigen oder Nullschieber anzeigt. Und siehe da, es stellte sich sofort Erfolg ein. An diesem ersten Tag waren die Bedingungen an unserem
kleinen Taunushang wirklich schlecht. Die anderen anwesenden Piloten haben ihre Segler erst garnicht ausgepackt und die Elektrosegler
hatten ziemlich kurze Flugzeiten. Ich habe Dank Variounterstützung den Tag mit einem 40-minütigen Flug mit dem Soarmaster beschlossen.
Dieser Flug führte auf nicht mehr wie 106 Meter maximale Höhe. Der ganze Flug war reiner Kampf um jeden Höhenmeter, aber ich war
glücklich mit dem Ergebnis.
Update 2009: FluFlu wurde elektrifiziert . Ich habe rund 600 Gramm Gewicht (Empfängerakku und Trimmblei) aus der Nase entnommen und durch einen Scorpion-
Aussenläufer samt 3S 3200maH Saehan Lipo ersetzt.
Neues
E-Mot
Slowfly
Luftbilder
Experimente
Elektroflug
Segelflug
Videos
Links
Dies & Das
Tragschrauber
Wasserflug
Nurflügel