Seit einigen Jahren organisiert Martin Amend zusammen mit dem Team
des Ferienpark Teichmann ein fantastisches Wasserflug-Event am Edersee.
Es geht absolut locker und ungezwungen zu und ist immer ein Riesenspaß. Ich kann die Teilnahme nur empfehlen.
Wildensee-1 ist ein sehr einfach aufgebauter Wasserflieger. Ausgangsbasis
ist der Slowstick von GWS, ergänzt um ein zentrales Boot und zwei Stützschwimmer. Boot und Stützschwimmer sind mittels Heißdraht aus Styrodur
geschnitten und mittels Schleifklotz verschliffen. Der Verschluss des Rumpfbootes ist aus einem Tupperdeckel samt Tupperdose und
aufgeklebter Pilotenpuppe gemacht. Die Kabel zum Regler verlaufen im Inneren der Puppe nach oben, die Steckverbindung befindet sich
am Kopf der Puppe. Als Antrieb fungiert mal wieder ein Conrad.
Der im Rumpfboot liegende 1200er 3S-Lipo ist für rund 15 Minuten Flugzeit gut. Wasserfliegen macht richtig Laune. Der Entwurf stammt von dem
User Jimsp bei rcgroups. Hier ist ein Link zu einem von mehreren Threads: SSFB
inklusive weiterführendem Link zu einem Bauplan. Ich werde noch ein mit dem Seitenruder gekoppeltes Wasserruder nachrüsten, um auch bei
Wind gut auf dem Wasser navigieren zu können.
Loreley habe ich anlässlich des Wasserflugtreffens am Edersee 2009 gebaut.
Kurz vor dem Meeting fiel mir auf, daß nur Wildensee-1 flugbereit war. In einem selten inspizierten Regal fand sich ein alter
Flügel eines FMT-Bauplanmodells namens "Flying box" Neu bespannt und mit einem Rumpf aus Carbon-Rechteckstäben, Schwimmern aus Depron und
und Leiwerken aus Balsa vervollständigt, war Loreley gerade rechtzeitig fertig, um auf dem Edersee-Meeting ihren Erstflug zu machen. Der Name Loreley
fiel mir ein, nachdem eine sexy Barbie mit wallendem blonden Haar auf dem Zentralschwimmer Platz genommen hatte. Nach dem Meeting
gefiel mir der Materialmix nicht mehr so recht, so daß ich die Depronschwimmer durch solche aus 4mm Pappelsperrholz ersetzt habe. Nun ist
das Modell in sich schlüssiger. Leider aber auch 400 Gramm schwerer. Fliegt trotzdem noch prima. :-)
Loreley-2
Nach dem Wasserflugtreffen am Edersee 2010 hatte sich der neue
Zentralschwimmer aus Pappelsperrholz mit Wasser vollgesogen. Irgendwo war wohl ein Leck. Beim trockenlegen muß ich einen Fehler
begangen haben, jedenfalls bildete sich in den nächsten Wochen unbemerkt eine große Kolonie schwarzen Schimmels, so daß ich
den Rumpf verschrottete. Als Ersatz erhielt Loreley nun ein Schlauchboot aus einer Badenudel und einem Boden aus Pappelsperrholz.
Diese Maßnahme trieb das Gewicht weiter nach oben. Inzwischen wiegt das ganze Konstrukt 1860 Gramm, fliegt aber immer noch.
Konrad Adenauer war von 1949 bis 1963 der erste deutsche Bundeskanzler nach dem zweiten Weltkrieg.
Seine Regierungszeit war geprägt von der Maxime "Keine Experimente", mit der er sich beispielsweise während des
Bundestagswahlkampfes 1957 für den Erhalt des Erreichten und gegen seine politischen Gegner richtete, die
Veränderungen und Weiterentwicklung forderten. Dieser Slogan hat ihm in der Geschichtsschreibung ein bestimmtes
Image eingetragen: Bewahrend, behäbig, wenig innovativ. Das dies nicht berechtigt ist, habe ich bei Recherchen
für ein neues Modell festgestellt und will hier davon berichten.
Der Privatmann Konrad Adenauer war nämlich ein durchaus experimentierfreudiger, wenn auch mit seinen Erfindungen
wenig erfolgreicher Denker. Er erfand unter anderem das "Kölner Brot", eine Art Roggenschwarzbrot, die "Kölner Wurst",
eine Sojawurst, des weiteren eine von innen beleuchtete Stopfkugel und eine besondere Ausgießtülle mit Abdeckklappe
für Gießkannen. Alles bekannte Erfindungen, die man in diversen Quellen wiederfindet.
Seine private Affinität zur experimentellen Fliegerei und seine finanzielle und inspiratorische Beteiligung
am Tragschrauber-Flugboot "Rhöndorf" sind jedoch in Vergessenheit geraten.
Die komplette Geschichte zur Rhöndorf findet ihr in diesem
Thread bei RC-Network.